Was „Swiss Made Software“ für EGELI bedeutet

Warum in der Schweiz Software entwickeln, wenn es in anderen Ländern so viel günstiger möglich wäre? Warum nicht auf den Zug aufspringen und die Entwicklung, inklusive Helpdesk und allem drum und dran, ins Ausland outsourcen? Dieses „Warum nicht?“ erklärt Martin Früh, Head of Development, überraschend erfrischend und plausibel.

„Entschuldige, ein was?“, ist die Antwort auf Lucas Bestellung. Lachend erklären wir unserem jüngsten Spross, dass „ennet“ der Grenze niemand weiss, was ein Rivella ist. Als Alternative bestellt er ein Orangina und seine Welt ist wieder in Ordnung. „Für mich bitte eine Stange“, rutscht es mir ganz unüberlegt heraus – und sogleich ist mir klar, dass der Begriff „Stange“ bei einem waschechten Vinschger höchstens ein Fragezeichen ins Gesicht zeichnet. Nach einer kurzen Konversation bin ich mit dem freundlichen Kellner einig, dass ich das einheimische „Probiers“ meine. Der erste Schluck bestätigte diese Vermutung. Yeah, Ferien 🙂 Keine 20 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt geniessen wir ein paar erholsamen Tage als Familie.

Unüberhörbar erzählt ein Gäste-Paar mit Schweizer Akzent einige Tische von uns entfernt ihrer Wandergruppe, dass sie ihre Ferien immer hier, in diesem Hotel, verbringen. Ich kann mir ein leises verstecktes Schmunzeln über dieses „immer“ nicht verkneifen – erst recht nicht jetzt, da sie gerade von ihrem letztjährigen Segeltörn in Griechenland schwärmen. Dank Rückfrage einer aufmerksamen Gesprächsteilnehmerin klärt sich, dass mit „immer“ nicht „immer“ sondern „so ungefähr alle ein bis zwei Jahre einmal“ gemeint ist.

Schweizer zu verstehen ist für Nichtschweizer (und manchmal auch für Schweizer) wirklich nicht ganz einfach. Wer könnte auf die Idee kommen, dass mit „immer“ oder „nie“ meistens „oft“ respektive „selten“ gemeint ist? Wer soll denn begreifen, dass es für gewisse Dinge 26 verschiedene Lösungen braucht?

Mit der Hoffnung auf ein paar ruhige Stunden zur Vorbereitung einiger Seminar-Lektionen hat es auch das Buch „Software Engineering“ von Jochen Ludewig und Horst Lichter in mein Gepäck geschafft. Wie recht haben die beiden Autoren, wenn sie betonen, wie wichtig klar definierte und von beiden Seiten verstandene Anforderungen für ein erfolgreiches Software-Projekt sind. Das Erlebte soll aufzeigen, warum es uns so wichtig ist, Lösungen im stetigen Dialog zu erarbeiten.  Erst der gegenseitige Austausch ermöglicht ein gemeinsames Verständnis!

Wie hilfreich ist es da, wenn auf einer gemeinsamen Basis aufgebaut werden kann und kulturelle Eigenarten oder sprachliche Tücken nicht noch erschwerend dazu kommen? Als EGELI Informatik  leben wir Swiss Made Software, weil wir fest davon überzeugt sind, dass „sich verstehen“ einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Entwicklung von einfachen und cleveren Software-Lösungen ist.

Die Schweiz hört für uns nicht schon in Zürich auf. An unserem neuen Standort in Bern freuen sich Daniel Egeli und sein Team auch auf anspruchsvolle Projekte in der Westschweiz.